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Schach als Gehirnjogging. Für Jung und Alt

Vieles deutet darauf hin, dass unser Gehirn, den Muskeln in dieser Hinsicht vergleichbar, regelmäßiges Training benötigt, um seine Leistungskraft zu erhalten bzw. zu steigern. Abgesehen davon, dass es einfach Spaß macht, die eigene geistige Power zu fühlen und bei Gelegenheit auch zu zeigen, erleichtert ein gut trainierter Geist viele Aufgaben des modernen Lebens. Für alle Bereiche, wo geplant, organisiert und strukturiert werden muss, aber auch für effektive Entscheidungsfindung oder einfach nur zur Stärkung der Gedächtnisleistung stellt regelmäßiges Schachspielen ein ideales »Gehirnjogging« dar. Diese These wird durch aktuelle wissenschaftliche Studien zur gefürchteten Alzheimererkrankung untermauert:

Gehirnjogging mit Schach: Schachgroßmeister Stefan Kindermann gibt Senioren vom ASZ Altstadt eine Einführung in das Schachspiel (Foto: Münchener Schachakademie)

Schachgroßmeister Stefan Kindermann gibt Senioren vom ASZ Altstadt eine Einführung in das Schachspiel (Foto: Münchener Schachakademie)

Als Fazit einer im Fachblatt »Jama« der amerikanischen Medizinervereinigung veröffentlichten Studie von Forschern des Rush-Presbyterian–St.Lukes Medical Centers in Chicago senkt mehrmals wöchentlich betriebener Denksport das Alzheimer-Risiko um bis zu 47 Prozent! Hierbei arbeiteten die Mediziner in ihrem Versuchsaufbau mit verschiedenen Methoden des geistigen Trainings wie Zeitungs-oder Bücherlesen, Puzzlespielen, Kreuzworträtsellösen, etc.

Offen bleibt hierbei jedoch die optimale Form eines solchen Trainings, werden doch viele der erwähnten Aktivitäten schnell langweilig und sind vom Ablauf her ein wenig monoton.
Neue Erkenntnisse erbrachte eine weitere, spezifischere Studie von Dr. Hermann Buschke aus Bronx im US-Staat New York, die auf die besondere Stellung des Schachspiels hinweist:
Seit Beginn der 80-er Jahre bis 2001 wurde hier das relative Risiko für Demenz in Bezug auf verschiedene Freizeitaktivitäten der Probanden betrachtet.

Als außerordentlich wirksam erwies sich hierbei das Schachspielen, das relative Risiko einer Erkrankung der an der Studie beteiligten Schachspieler im Verhältnis zu »geistig untrainierten« Versuchspersonen lag bei lediglich 26 Prozent, das Alzheimerrisiko wird also durch Schach um 74% reduziert!

Dies scheint mir wenig überraschend, denn die Leidenschaft für die kaleidoskopartige Schönheit des Schachspiels mit seinen immer neuen Kombinationen, seinen Abenteuern und aufregenden Kämpfen kann ein Leben lang begleiten. Auch werden beim Schach alle Aspekte des Geistes von visuellem Vorstellungsvermögen über abstrakte Gedankengebäude bis hin zu intuitiven Einschätzungen gefordert und gefördert! Mit dem Ziehen der Figuren kommt zudem noch eine einfache motorische Komponente ins Spiel.

Darüber hinaus begünstigt die Notwendigkeit eines Partners natürlich menschliche Kontakte. Nicht zu unterschätzen ist dabei der Umstand, dass Menschen unterschiedlichster körperlicher Voraussetzungen von Enkel bis Großvater hier einen gemeinsamen (Denk-)Sport finden. Gerade kranke oder gebrechliche Menschen haben so die Möglichkeit, immer noch ihre Fähigkeiten zu zeigen und einen anregenden Wettkampf auszutragen. Die intensive Beschäftigung mit Schach bedeutet das Eintauchen in eine andere Welt und lässt zumindest in dieser Zeitspanne alle Probleme des Alltags vergessen.

Übrigens kann auch ich selbst als Schachgroßmeister, der seit bald 30 Jahren in der Schachszene aktiv ist, unter prominenten oder mir persönlich bekannten Schachspielern von keinem einzigen  Fall einer Form der Altersdemenz berichten.

Die daraus zu ziehenden Schlüsse sind von beträchtlicher Relevanz, leiden doch allein in Deutschland etwa eine Million Menschen an dieser furchtbaren Erkrankung, die neben Gedächtnis-und Sprachverlust zumeist auch Persönlichkeitsstörungen mit sich bringt.

Viel Sinn macht es somit, das Schachspiel ganz gezielt auf breiter Basis als spannendes und anregendes  »Gehirnjogging« einzusetzen und so sein Potential als Mittel zur Erhaltung der geistigen Gesundheit zu nutzen!