Schnellschach auf Weltklasseniveau beim „Beautiful Minds – Krulich Cup“

Veröffentlicht am 30. November 2016 · Veröffentlicht in News

Mehr als 20 Jahre ist es her, dass in München ein internationales Schachturnier ausgetragen wurde. Dabei spielt die bayerische Landeshauptstadt mit der Münchener Schachakademie, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert, in der Schachwelt eine wichtige Rolle, und das beileibe nicht nur in München! Grund genug also für Roman Krulich, der seit vielen Jahren als Schach-Förderer aktiv ist, mit der Münchener Schachakademie ein bedeutendes Turnier zu initiieren.

Starkes Teilnehmerfeld

Dijana Dengler als Turnierdirektorin nutzte ihre guten Beziehungen, die sie in den vergangenen 25 Jahren bei den Teilnahmen an zwölf Schacholympiaden aufgebaut hat, um ein illustres Teilnehmerfeld zusammenzustellen: Unter anderem zwei Ex-Weltmeisterinnen, die amtierende Blitzschachweltmeisterin und ein ehemaliger WM-Herausforderer trafen auf die stärksten Münchner Großmeister. Natürlich erhoffte sich die Organisatorin, dass die fünf Amazonen die Riege der sieben Männer ordentlich durcheinanderwirbeln würden.

(v.l.n.r.) Dijana Dengler, Roman Krulich, Nigel Short,Paco Vallejo-Pons und Anna Muzychuk (Foto: David Llada)

(v.l.n.r.) Dijana Dengler, Roman Krulich, Nigel Short,Paco Vallejo-Pons und Anna Muzychuk (Foto: David Llada)

Kopf an Kopf-Rennen der Favoriten

Schon im Vorfeld war ein spannender Kampf um die Preisgelder für die ersten fünf Plätze zu erwarten. Nach dem ersten Tag führten der Favorit Francisco Vallejo Pons und Blitzweltmeisterin Anna Muzychuk vor dem besten Münchener Michael Bezold und dem ehemaligen WM-Herausforderer Nigel Short. Bezold hielt sich auch am zweiten Tag hervorragend und der Zufall wollte es so, dass in den letzten beiden Runden die Führenden noch aufeinandertrafen. Entscheidend war hier der Sieg von Vallejo über Bezold, so dass der Spanier schließlich mit 8,5 Punkten aus 11 Partien einen halben Punkt vor Nigel Short und der Weltranglistendritten Anna Muzychuk ins Ziel kam. Bezold erreichte als bester Münchener Platz vier, während der beste österreichische Spieler aller Zeiten, Markus Ragger, das letzte Preisgeld auf Rang fünf einheimsen konnte. Die beiden Ex-Weltmeisterinnen Antoaneta Stefanova und Mariya Muzychuk belegten die Plätze sechs und sieben, während die Münchner Schachakademiker Stefan Kindermann, Gerald Hertneck und Stefan Bromberger die folgenden Plätze einnahmen. Sabrina Vega, Spaniens Nummer eins, kam mit drei Punkten auf Platz 11 und die mit 18 Jahren jüngste Teilnehmerin und mehrfache asiatische Jugendmeisterin Dorsa Derakhshani war trotz der nur zwei Remis, die sie erreichte, zufrieden.

Mariya Muzychuk (Foto: David Llada)

Duell der Schwestern: Mariya (li.) und Anna Muzychuk (re.) (Foto: David Llada)

Gute Zuschauer-Resonanz

Während der beiden Turniertage, am Samstag und Sonntag, hatten Schach-Interessierte die Gelegenheit, die Partien live am Austragungsort im noblen Hotel Eden Wolff zu verfolgen und dort echte Turnieratmosphäre zu schnuppern: Der Spielerbereich war sehr gut einsehbar und man konnte die Partien hautnah verfolgen; zusätzlich wurde jede Partie auf eine Leinwand im Raum projiziert.

Ein besonderes Highlight waren die Live-Kommentare der Großmeister Dr. Helmut Pfleger und Stuart Conquest, meist unterstützt durch Dijana Dengler, die die Partien in einem Nebenraum erläuterten – ihre Beiträge wurden online per Live-Stream weltweit übertragen. Doch nicht nur die Kommentatoren kamen zu Wort: Nach den Partien wechselten die Spieler den Raum und schilderten die Partien aus ihrer Sicht – ein Leckerbissen für jeden Schachfreund!

„Während der beiden Spieltage hatten wir rund 300 Besucher“, freuten sich Sponsor Roman Krulich und Turnierdirektorin Dengler, „Auch viele jüngere Schach-Freunde waren hier, was uns besonders gefreut hat.“