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Kinder spielen Schach in der Grundschule

von Nina Schäfer, stv. Schulleiterin

Neugierig kamen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule an der Blutenburgstraße am Freitagnachmittag zur Schnupperstunde »Schach« mit Großmeister Stefan Kindermann und Internationaler Meisterin Frau Dijana Dengler als Trainern.

Rund 60 Kinder aus den Jahrgangsstufen 1 bis 4 wurden von den beiden Profis in Gruppen behutsam mit den Regeln des Schachspiels bekannt gemacht oder folgten schon den raffinierteren Zügen einiger ausgewählter Figuren.

Am Ende konnten sich begeisterte Spieler zum Schachkurs anmelden. Dieser umfasst wöchentlich eine Stunde und geht über sieben Wochen. Er findet in den Räumlichkeiten unserer Schule statt. Noch in diesem Frühjahr soll’s losgehen.

Über das große Interesse der Kleinen am Schach freuen sich nicht nur Eltern und Lehrer, sondern vor allem die Trainer der Münchener Schachakademie, die keine geringeren sind als der international bekannte Schachgroßmeister Stefan Kindermann und seine reizende Kollegin Dijana Dengler, angehende Internationale Meisterin.

Als Vater eines siebenjährigen Schulkindes weiß der Gründer der Akademie, Stefan Kindermann, wovon er spricht:

1. Schach macht schlau!
Schach trainiert auf spielerische Weise, das Konzentrationsvermögen zu schulen, störende Einflüsse auszublenden und auch unter Zeitdruck und Stress einen klaren Kopf zu behalten. Um eine gute Entscheidung zu treffen braucht man das Vorausdenken und Planen als intellektuelle , sowie Phantasie und Kombinationsvermögen als intuitive Kompetenz.

2. Schach macht Spaß!
Schach zieht jeden Spieler sofort in seinen Bann: Kaum ist das Schachbrett aufgebaut und der erste Zug getan, beginnt die Magie zu wirken: Vor uns liegt ein ganzer Ozean voller Abenteuer und Möglichkeiten. Wir werden zum Bauern oder zum König und schlüpfen in unsere Figuren, um Freud und Leid mit ihnen zu teilen.

An Spannung schlägt Schach jedes Computerspiel!

3. Schach macht stark!
Schach stärkt das Selbstvertrauen und macht die Verantwortung für eigenes Handeln evident. Schon erste Erfolge im Spiel vermitteln ein Hochgefühl und beflügeln auch für andere Bereiche. Gleichzeitig lernt man, mit Niederlagen umzugehen. Die Spieler tragen einen fairen, sportlichen Zweikampf aus, der häufig auch über das Schach hinaus verbindet.

Schach wird in fast 30 Ländern als erforderlicher Lehrplaninhalt angesehen.

Wissenschaftliche, internationale Studien kommen zu dem bedeutsamen Ergebnis, dass Schachunterricht zu deutlich höherer Konzentrationsfähigkeit und infolgedessen auch zu besseren schulischen Leistungen bei Grundschülern führt.

In einigen Studien wird sogar ein signifikanter Intelligenzanstieg durch Schach bei Kindern im Grundschulalter beschrieben.

Besonders auffällig waren bei leistungsschwachen Schülern die Verbesserungen im Fach Deutsch, insbesondere der Lese- und Sprachkompetenzen, und im Fach Mathematik, insbesondere der Fähigkeit zum Verständnis und zur Lösung von mathematischen Fragestellungen.

Darüber hinaus wurden besonders in den Klassen 3 und 4 deutlich höhere Werte bei der Leistungsmotivation und Sozialkompetenz festgestellt.

Interview mit dem Schachgroßmeister Herrn Kindermann

Woher kommt das Schachspiel?

Aus dem Norden Indiens, als Ursprungsort wird heute die Stadt Kanauji vermutet, in der damals das Königsgeschlecht der Guptas herrschte.

Wie lange gibt es schon Schach?  

Der Ursprung wird von der bekannten Indologin und Schachforscherin Renate Syed auf das Ende des sechsten Jahrhunderts datiert.

Können Kinder auch schon Schach spielen?

Jedes Kind kann es lernen, die einzigen Voraussetzungen sind etwas Neugier und Lust am Spielen. In den Ferienkursen unserer Schachakademie liegt das Durchschnittsalter der Kinder zwischen sechs bis zwölf Jahren. Aber unsere Trainerin Frau Dengler leitet gerade auch eine »Schach-Krabbelgruppe« mit fünfjährigen Kindern.

Wie lernt man Schach?

Ganz wichtig ist es, zunächst die besonderen Kräfte jeder einzelnen Figur kennen zu lernen und dann erst mit dem vollen Brett zu spielen.

Wir können uns das Schach auch gut als Sprache vorstellen, dann wären die Figuren die Buchstaben, die Regeln die Grammatik und jeder gute Schachspieler verfügt über einen großen Wortschatz typischer Motive bzw. wiederkehrender Wendungen, die er wie in einem Kaleidoskop zu immer neuen Mustern zusammen fügt.

Umgekehrt wären wir auch beim Erlernen einer Sprache überfordert, wenn wir statt zunächst Alphabet und Grammatik zu lernen, gleich einen komplizierten Text sprechen oder lesen sollten.

Sehr wichtig ist es auch, viele anschauliche Metaphern einzubauen und stets für klare Sinnbezüge zu sorgen. Und natürlich muss jede neue Idee bzw. Fertigkeit mittels kleiner spielerischer Übungen integriert werden.

Was ist ein Schachgroßmeister?

Das ist nach Weltmeister der höchste Titel, der vom Weltschachbund FIDE vergeben wird. Momentan gibt es auf der Welt etwa 900 Internationale Großmeister.

Wie kann man Laien die Faszination des Schachspiels anschaulich vor Augen führen?

Besonders faszinierend ist eine Blindschach-Show, bei der ein Schachmeister mit verbundenen Augen spielt und die Züge angesagt bekommt. Dabei muss er 32 Figuren auf 64 Feldern im Kopf behalten und diese auch noch in dynamischen Bezug setzen. Der Weltrekord steht übrigens auf 52 gleichzeitig gespielten Blindpartien.

Das ist eigentlich eine Demonstration, wie gut sich der menschliche geist organisieren kann, denn der Schachmeister stellt sich nicht einzelne Figuren sondern ganze Blöcke aus »Sinnzusammenhängen« vor, mit denen er dann wesentlich effektiver arbeiten kann.

Hält das Schachspielen jung?  

Alle Untersuchungen deuten darauf hin. Eine aktuelle Studie aus den USA besagt, dass regelmäßiges Schachspielen das relative Alzheimerrisiko um 74% reduziert. Auch persönlich kann ich bestätigen, dass unter tausenden älterer Schachspieler, die ich im Laufe meiner Karriere kennen gelernt habe, kein Einziger Anzeichen geistiger Erschlaffung gezeigt hat.

Wir können uns Schach also als sehr effektives Gehirnjogging oder Brainbuilding vorstellen, das am besten schon in jüngeren Jahren präventiv betrieben wird.

Herr Kindermann, Sie als Autor des Kinderbuchs »Schach! für junge Einsteiger« können uns doch sicher folgende letzte Frage mit Leichtigkeit beantworten: Wie schreibt am nach neuer Rechtschreibung »Schach spielen« korrekt, getrennt oder zuammen?

Ohne mein rechtschriebprogramn sag ich nix!!!

Schach in der Blutenburgschule

Auf lockere und humorvolle Weise schafften es Herr Kindermann und Frau Dengler leicht, die jungen Schachspieler in Bann zu ziehen und in die Welt des Schachs zu einzuführen.

Laut waren die Kinder, als sie kamen. Still waren die Kinder, als sie gingen.
»Die Stunde ist aber schnell vergangen! Schach macht echt Spaß. Ich meld' mich gleich an« meinten sie.

Lust auf Schach? Weitere ausführliche Informationen erhalten Sie in der

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