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Runde 7

[ud] In Runde 7 darf Stefan Kindermann einem Ersatzmann den Vortritt lassen und einen Ruhetag einlegen.

Dijana muss wieder mit den schwarzen Steinen antreten. Durch die guten Erfahrungen gestärkt, strebt sie wieder einen Slawen mit 4. … a6 an. Ihre nach ELO-Zahl schwächere Gegnerin weicht schon frühzeitig allen Hauptsystemen aus, wohl hoffend, damit die kampfeslustige Widersacherin verwirren zu können. Allein dies wird am heutigen Tage nicht fruchten! Schon nach zwölf Zügen hat Dijana Dengler die Initiative an sich gerissen und verstärkt souverän ihre Stellung bis folgende Stellung nach dem 17. Zug von Weiß entsteht:

Stellung nach 17. Le3

Nichts sehnlicher als eine geschlossene Stellung wünscht sich die Anziehende, als sie mit einem Donnerschlag unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt wird: 17. … S×f2!. In der Folge versucht die Puerto Ricanerin, den Turm auf e3 zu fangen (18. K×f2 T×e3 19. Se5), wird aber mittels 19. … T×e2† 20. D×e2 f6! eines Besseren belehrt.

Den krönenden Abschluss findet Dijana wenige Züge später:

Stellung nach 28. ... a×b3

28. … d3! 29. Te3 Sc5 0—1.

Roman Krulich spielt heute gegen den Internationalen Meister Abdullah Hassan von den Vereinigten Arabischen Emiraten. Keine leichte Aufgabe. Ganz im Sinne einer stabilen und dennoch aggressiven Eröffnung wählt Roman den a6-Slawen. Schon im neunten Zug überrascht ihn sein Gegner mit einer Neuerung (soweit ich weiß). Die Idee des Springerrückzugs ist bekannt: Weiß droht, wenn man nicht aufpasst, mit dem Hebel a4 und einer günstigen Öffnung des Damenflügels, auf den man mit dem Durchziehen des Bauern nach b4 antworten können muss. In dieser konkreten Stellung hat allerdings Schwarz die sonst nicht gegebene Möglichkeit, mit dem Vorstoß …e5 sofort im Zentrum aktiv zu werden. Vielleicht hätte Schwarz im zehnten Zug, statt das Zentrum mit …e4 zu schließen, gleich Lb7 spielen sollen. Mit …e4 treibt der Nachziehende den Springer sowieso auf das angestrebte Feld b4 (und …a5 geht nie wegen a×b5). Trotzdem ist die schwarze Position stabil und noch kein Grund zur Sorge. Nach dem 18. weißen Zug entsteht die folgende Stellung:

Stellung nach 18. Tc1

Mit seinem letzten Zug Tc1 hat Weiß unmissverständlich klargemacht, dass er auf b5 opfern möchte (Tc1 unterstützt danach den Vormarsch des c-Bauern). Unglücklicherweise reagiert Roman zu impulsiv mit dem scheinbar logischen Wegzug des Springers d7 nach f6 — um möglichen Gabeln auf c6 zuvorzukommen. Dabei hat er offensichtlich den 22. Zug von Weiß übersehen (18. Tc1 Sf6? (18. … Tf7! mit nur leichtem Vorteil Weiß) 19. S×b5 c×b5 20. c6 S×c6 21. S×c6 L×c6 22. Db6! (auf 22. L×b5 ginge Db7!—+)). Aber alles noch nicht so schlimm, jetzt heißt es sich zäh verteidigen. Roman sollte jetzt trotzdem 22. … Db7 versuchen, zum Beispiel 23. D×c6 (23. T×c6 Tb8 24. D×b7 T×b7 25. Lb4 Kf7±) 23. … D×c6 24. T×c6 Ta8 25. Tb6 Ta1+ 26. Lf1 Td1 27. Lb4 f4 mit Gegenspiel. Leider tritt Roman mit 22. … f4 die Flucht nach vorne an, wonach sein Gegner mit einigen brutalen Säbelhieben (Lb4, Lh5, Le7) den schwarzen Monarchen zur Aufgabe zwingt.

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