Runde 3
[ud] Runde 3 sieht bei Stefan Kindermann eine ruhige Eröffnung, wie sie auch im Lehrplan der Schachakademie als Repertoire empfohlen wird: Giuoco Piano oder ruhiges Italienisch. Eine Eröffnung, die schon seit dem 15. Jahrhundert bekannt ist. Stefan wendet allerdings die moderne Interpretation mit d3 und c3 an (früher wurde der Springer nach c3 gestellt, was im Zentrumskampf nicht soviel leistet). Sein Gegner spielt frühzeitig Lg4, was dem Weißen entgegenkommt, da er sowieso h3 spielen will und damit den Schwarzen vor die Wahl stellt: Tempoverlust oder Aufgabe des Läuferpaars. In der Folge greift der Schwarze zum aktiven Bauernzug ...d5 und Stefan öffnet mit e×d5 das Zentrum, womit er Druck gegen den Bauern e5 erzeugen möchte. Schwarz agiert etwas passiv, was Stefan mit einer aggressiven Expansion der Damenflügelbauern beantwortet. Mit feinem Spiel auf beiden Flügeln (18. b5 und 19. Sh4) gelingt es ihm, deutlichen Vorteil zu erzielen. Im kritischen Augenblick öffnet Stefan das Zentrum — er will die schlechte Koordination der schwarzen Figuren ausnutzen. Sein elomäßig unterlegener Gegner hätte jetzt 25. ... c5 versuchen sollen und damit die letzte Chance auf Gegenspiel wahren müssen. Stattdessen versucht er mit seiner Dame im feindlichen Lager Verwirrung zu stiften, was ihm aber nicht gelingt. Nach einem missglückten Abtauschversuch wird die schwarze Dame gefangen, was nur mit Figurenverlust vermieden werden kann. Schnell verwertet Stefan seinen Vorteil durch einen überraschenden Mattangriff.

Stefan Kindermann bei der Pressekonferenz nach der dritten Runde (Quelle: www.dresden2008.de)
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Was wird Dijana nach zwei unerwarteten Niederlagen in Folge machen? Kämpfen! In einer Französischen Partie baut sie gegen die nominell unterlegene Irin Sarah Cormican von Beginn an einen starken Bauernwall auf. Nachdem beide Seiten ihre Figuren in Position gebracht haben, entzündet Dijana als Erste mit einem provozierenden Springerausfall die Stellung. Ohne die drohende Gefahr spürend, greift Schwarz den vorwitzigen Springer mit h6 an:

Nun bricht plötzlich ein Sturm über der ahnungslosen Irin herein, aller Ärger über die verpassten Gelegenheiten und schlechten Züge der beiden vorangegangenen Partien entlädt sich gewaltsam mit 21. S×e6!. Die Irin ist sichtbar geschockt und kann der taktischen Probleme nicht Herrin werden. Schon nach wenigen Zügen steht Weiß auf Gewinn. Diesen Sieg lässt sich Dijana nicht mehr nehmen. Ist damit ihr Siegesdurst gestillt?
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Monaco triftt in der dritten Runde auf die starke philippinsche Mannschaft. Roman muss dem starken Internationalen Meister Gomez trotzen, der immerhin fast 300 Wertungspunkte mehr besitzt. Roman spielt die Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung (auch c3-Sizilianer genannt), wählt mutig eine Nebenvariante, die mit einem Bauernopfer verbunden ist und greift bei heterogenen Rochaden beherzt die schwarze Königsstellung an. Im scharfen Mittelspiel drückt Roman stark gegen die schwarze Rochadebastion, die Stellungen sind fast ausgeglichen trotz Bauernminus. Die Spannung ist am Siedepunkt, wie kann Roman den Druck verstärken? Gerade hat Schwarz den zweiten Turm zur Verdoppelung herangezogen und droht damit ein Grundreihenschach. Wie dies parieren und gleichzeitig weiter angreifen? Doch ach! Roman greift daneben, führt die Dame zur Vertripelung auf die b-Linie mit gleichzeitiger Deckung der Grundreihe, doch übersieht er dabei die mangelnden Rückzugsfelder seiner vorgepreschten Figuren. Hätte er stattdessen mit 20. Le2 fortgesetzt, was auch die Grundreihe schützt und außerdem den Springer von f3 nach d4 in den Angriff führen will, und wenn es geht, auch noch den Läufer nach f3 auf die gefährliche Diagonlae h1–a8 zu stellen … Ja dann, wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre.
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