Runde 2
[ud] In der zweiten Runde spielt Stefan gegen den Wertungszahl unterlegenen Jordanier Rimawi. Dieser eröffnet dann auch sehr ungewöhnlich mit der selten gespielten Bird-Eröffnung, mit der Stefan als Nachziehender schon einige schnelle Siege gefeiert hat. Auch diese Partie wird keine Ausnahme davon sein. Gegen den logischen und klassischen Aufbau des Schwarzen mit leichtem Übergewicht im Zentrum versucht der Anziehende einen etwas leicht zu durchschauenden Angriff am Königsflügel. Nichtsdestotrotz ist es schön anzusehen, wie Stefan die Angriffsbemühungen des Weißen durch einen typischen Zentralvorstoß entkräftet. Als der Jordanier die Flucht nach vorne ergreift und alle Brücken hinter sich abbricht, verteidigt sich Stefan genau und holt gleichzeitig zum entscheidenden Gegenschlag aus. Dem kann sein Gegner nichts entgegensetzen und die Partie wird mit einer kleinen Kombination im 25. Zug beendet:

Weiß gibt auf angesichts von 26. Kh1 T×g2! 27. S×g2 D×h4.
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Dijana erwischt in der zweiten Runde einen schwarzen Tag. In einer Nebenvariante des Tarrasch-Systems (3. Sd2) gegen die Französische Verteidigung (1. e4 e6 2. d4 d5) heimst Dijana zu Anfang mutig zwei Bauern ein. Ihre unbekümmert aufspielende Gegnerin greift daraufhin einfach und direkt den schwarzen König an. Als Dijana noch einen dritten Bauern verspeist — was leider zu gierig war —, kann die Anziehende durch einen geschickten Damenschwenk zum Königsflügel einen unwiderstehlichen Angriff starten. Die Hoffnungen von Dijana liegen nun in der Unerfahrenheit und mangelnden Spielstärke ihrer Widersacherin. Leider erfüllt sich dieser Wunsch nicht, denn Weiß entfacht eine tödliche Attacke gegen Dijanas entblößten König. Im 25. und 26. Zug sind schon zwei Mattkombinationen möglich, was ihre Gegnerin zugunsten eines Turmes ausschlägt. Leider gibt es keine taktischen Tricks, sodass sich Dijana in ihr Schicksal fügen und die Partie verloren geben muss.
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Wieder darf Roman mit Schwarz seine Najdorf-Variante ausprobieren (auf Brett 1 rückt für Monaco Großmeister Efimenko nach). Auch in dieser Partie spielt Weiß keine kritische Zugfolge und Schwarz kann sich bequem entwickeln und die Stellung leicht ausgleichen. Die vorsichtigen Angriffsbemühungen des Weißen schiebt Schwarz thematisch mit 13. ... e5 einen Riegel vor. Mit einer kleinen Kombination kann Roman die weiße Bauernstruktur schwächen und dabei noch das Läuferpaar für sich gewinnen. Das Spiel entwickelt sich immer mehr zum Vorteil des Nachziehenden und er könnte im 28. Zug seinen Vorteil deutlich vergrößern (28. ... h5 nebst 29. ... Ld4). Stattdessen forciert Roman einen thematischen Bauernvorstoß (28. ... f5), was nach einem überraschenden Einschlag (29. T×f5) plötzlich taktische Verwicklungen heraufbeschwört. Nach 30. Kg2 L×f5 31. e×f5 g5 32. Se2 Kf6 33. a4 könnte Weiß noch Schwierigkeiten machen, greift jedoch fehl und Roman nutzt die Gelegenheit entscheidend in Vorteil zu kommen (31. ... Kh7!). Im 35. Zug verpasst Roman eine bessere Fortsetzung (35. ... Ld4 36. b3 (36. c3 Le5 37. S×f5 T×g2 38. K×g2 Td8–+) 36. ... Le5 37. S×f5 T×g2 38. K×g2 Kg6! 39. Se7+ Kf7–+), wodurch sein Gegner im 40. Zug mit c4! den Gewinn sehr schwer gemacht hätte. Zum Glück war es der letzte Zug vor der Zeitkontrolle mit wenig verbleibenden Sekunden, sodass er stattdessen einem falschen Plan nachjagt. In dem entstehenden Endspiel mit Turm und zwei Bauern gegen Läufer und drei Bauern kann Roman dank des guten Vorbereitungs-Trainings bei GM Gerald Hertneck im Endspiel die Oberhand behalten.
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