Runde 1
[ud] Stefan Kindermann erwischt einen guten Start. Gegen den nominell stärker einzuschätzenden Norweger Simen Agdestein — Trainer und Sekundant von Jungstar Magnus Carlsen und in jüngeren Jahren sogar Fußballnationalspieler(!) — erspielt er sich eine bequeme Stellung. Im Mittelspiel gelingt es dem Norweger die Stellung zu verschärfen und mit einem überraschenden, aber taktisch gerechtfertigten Springermanöver erwischt er Stefan auf dem falschen Bein. Plötzlich hat Agdestein die Initiative und die weiße Position scheint äußerst gefährdet. Zum Glück spielt Agdestein im 28. Zug nicht das Beste und Stefan kann durch sehr feine Züge maximalen Widerstand leisten, was ihm nahe zum Ausgleich bringt als der Nachziehende im 34. Zug nicht die beste Fortsetzung findet. Nachdem sich der Rauch nach der Zeitkontrolle im 40. Zug verzogen hat, ergibt sich eine ausgeglichene Stellung, die Stefan sicher zum Unentschieden führt.
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Dijana Dengler muss gleich in der ersten Runde gegen eine lettische Spielerin antreten, die über zweihundert ELO-Punkte besser ist. Anfangs ganz in ihrer Eröffnungsvorbereitung zuhause überrascht die Lettin sie mit dem Vormarsch des schwarzen d-Bauern nach d4. Dijana denkt sehr lange nach, aber findet nicht die beste Aufstellung gegen den schwarzen Plan. Eine Kämpferin wie Dijana gibt jedoch nicht so leicht auf! Zielstrebig sucht sie Gegenspiel am Königsflügel. Als sich der Kampf aufs Äußerste zugespitzt hat, die Nerven auf beiden Seiten bis zum Anschlag angespannt sind, greift die starke Lettin im 30. Zug daneben und ermöglicht Weiß eine sofortige Entscheidung durch Figurengewinn. Aber was passiert? Dijana schlägt mit der falschen Figur zuerst! Dadurch erhält ihre Gegnerin mittels eines zuerst unscheinbaren Bäuerleins, die Gelegenheit das Kampfesglück vollständig zu drehen. Oje!
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Roman Krulich darf gleich in der ersten Runde mit Schwarz seine geliebte Sizilianische Verteidigung (Najdorf-Variante) anwenden. Die Eröffnung geht ganz klar an ihn, alle Probleme, die Schwarz sonst als Nachziehender zu bewältigen hat, scheinen gelöst. Dann fängt er leider an, sorglos zu werden und verfolgt einen falschen Plan am Damenflügel, wo beide Seiten lang rochiert haben. Plötzlich wacht sein Gegner wieder auf und nutzt die ihm gebotene Chance eine starke Initiative zu entfalten. Bei den nun folgenden Verwicklungen mit vielen taktischen Drohungen gelingt es dem pakistanischen Gegner die Oberhand zu behalten und einen starken Freibauern auf c6 zu implementieren. Die Partie scheint nach dem 40. Zuge nach dem Verlust des d-Bauern hoffnungslos für Roman. Nachdem der Anziehende im 47. Zug ein Matt in vier Zügen übersieht, greift er im 49. Zug fehl und die Partie kippt zu einem glücklichen Ende für Roman: Remis!
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